← Zurück zur Übersicht
Rundstrick oder Flachstrick? Welche Kompressionsversorgung zu Ihnen passt
Kompressionstherapie

Rundstrick oder Flachstrick? Welche Kompressionsversorgung zu Ihnen passt

Rundstrick und Flachstrick sind medizinische Kompressionsversorgungen, verhalten sich am Bein aber unterschiedlich. Die kurze Antwort: Rundstrick ist nahtlos, feiner und dehnbarer. Flachstrick ist formstabiler und lässt sich genauer an ausgeprägte Körperkonturen anpassen. Welche Strickart passt, hängt von Diagnose, Beinform, Gewebe und Therapieziel ab.

Wie unterscheiden sich Rundstrick und Flachstrick?

Ein Rundstrickstrumpf wird als geschlossener Schlauch hergestellt. Er besitzt keine Längsnaht und ist meist feiner und elastischer. Rundstrick gibt es als Seriengröße und als Maßanfertigung.

Flachstrick wird Reihe für Reihe als Fläche gefertigt und anschließend zusammengenäht. Durch eine variable Maschenzahl lässt sich die Form sehr individuell aufbauen. Das Material ist meist kräftiger und besitzt eine höhere Wandstabilität.

Das ist kein Qualitätsunterschied und nicht dasselbe wie die Kompressionsklasse. Die höhere Stabilität kann ausgeprägte Konturen und Gewebefalten besser überbrücken.

Wann ist Rundstrick die passende Wahl?

Rundstrick wird häufig genutzt, wenn das Bein relativ gleichmäßig geformt ist und keine tiefen Gewebefalten oder großen Umfangsunterschiede bestehen. Viele venöse Krankheitsbilder lassen sich damit versorgen, sofern Länge, Kompressionsklasse und Passform stimmen. Wichtig: Auch Rundstrick kann nach Maß gefertigt werden. „Maßanfertigung“ bedeutet nicht automatisch Flachstrick.

Wann hat Flachstrick Vorteile?

Flachstrick kommt infrage, wenn Rundstrick die Körperform oder den notwendigen Widerstand nicht ausreichend abbilden kann. Typische Gründe sind fortgeschrittene Lymphödeme, ausgeprägte Lipödeme, deutliche Umfangsunterschiede sowie tiefe Haut- und Gewebefalten. Zusätze oder besondere Abschlüsse lassen sich individuell einarbeiten. Flachstrick ist dennoch kein pauschales „Upgrade“: Wenn diese Eigenschaften nicht benötigt werden, kann Rundstrick vollkommen ausreichen.

Sind Strickart und Kompressionsklasse dasselbe?

Nein. Die Kompressionsklasse beschreibt den definierten Druck der Versorgung. Die Strickart bestimmt, wie formstabil sich das Material verhält. Auch Länge, Fußspitze, Haftrand und mögliche Anziehhilfen werden getrennt ausgewählt. Die Verordnung sollte die medizinisch notwendigen Merkmale möglichst genau benennen.

Warum sind Vermessung und Passform so wichtig?

Medizinische Kompression muss passend ausgewählt und korrekt angemessen werden. Bei stark schwankenden oder noch nicht ausreichend entstauten Ödemen kann zunächst eine ärztlich begleitete Entstauung nötig sein.

ORTHOJENA nutzt das Bodytronic-System von Bauerfeind zur kontaktlosen 3D-Vermessung der Beine. Danach wird geprüft, welche Strickart, Länge und Ausführung zur Verordnung und zu Ihren Maßen passen. Bringen Sie vorhandene Strümpfe mit: Falten, Druckstellen und Verschleiß geben Hinweise für die nächste Versorgung.

Rutscht der Strumpf, schneidet er schmerzhaft ein oder entstehen dauerhafte Falten, sollte der Sitz kontrolliert werden. Schmerzen, Taubheitsgefühle, deutliche Hautveränderungen oder zunehmende Schwellungen gehören zeitnah ärztlich abgeklärt.

Was übernimmt die Krankenkasse?

Rund- und flachgestrickte Kompressionsversorgungen können bei entsprechender Indikation ärztlich verordnet werden. Für Erwachsene fällt üblicherweise die gesetzliche Zuzahlung an; Sonderwünsche können Mehrkosten verursachen. Ob Flachstrick medizinisch erforderlich ist, richtet sich nach Diagnose, Körperform und benötigter Materialstabilität.

Sie haben ein Rezept oder Probleme mit Ihrer bisherigen Kompressionsversorgung? Vereinbaren Sie einen Termin bei ORTHOJENA. Wir vermessen Ihre Beine kontaktlos und finden gemeinsam eine Ausführung, die medizinische Anforderungen und Ihren Alltag zusammenbringt.