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Kompressionsstrümpfe richtig anziehen: So gelingt es Ihnen jeden Morgen
Kompressionstherapie

Kompressionsstrümpfe richtig anziehen: So gelingt es Ihnen jeden Morgen

Ein Kompressionsstrumpf wirkt nur, wenn er sitzt – und wenn er überhaupt angezogen wird. Genau daran scheitert der Alltag am häufigsten: zu spät, zu hastig, mit den falschen Handgriffen, und irgendwann bleibt der Strumpf im Schrank. Wir zeigen Ihnen, worauf es beim Anziehen ankommt und welche Hilfsmittel unseren Kundinnen und Kunden morgens tatsächlich Arbeit abnehmen.

Der Zeitpunkt entscheidet: direkt nach dem Aufstehen

Über Nacht liegen Ihre Beine waagerecht, die Flüssigkeit verteilt sich, das Gewebe ist am wenigsten geschwollen. Genau dieser Moment ist der richtige. Ziehen Sie den Strumpf an, bevor Sie duschen, frühstücken oder länger stehen – am besten noch im Bett oder auf der Bettkante sitzend.

Warten Sie bis zum Vormittag, ist der Umfang Ihres Beins bereits gewachsen. Dann geht der Strumpf schwerer hinein, sitzt unbequemer und schließt einen Teil der Schwellung ein, statt sie zu verhindern. Ein Kompressionsstrumpf ist kein Mittel gegen ein bereits geschwollenes Bein, sondern eines dagegen, dass es überhaupt anschwillt.

Wichtig ist außerdem: Die Haut muss trocken sein. Eingecremte Beine bremsen jeden Strumpf. Pflegen Sie Ihre Haut deshalb abends, nicht morgens.

Die Handgriffe Schritt für Schritt

Greifen Sie mit der Hand in den Strumpf bis zur Fersenmarkierung und krempeln Sie ihn bis dorthin auf links um. Setzen Sie dann den Fußteil auf, bis Zehen und Ferse richtig sitzen – die Ferse muss in der Ferse liegen, nicht darüber oder darunter. Erst danach rollen Sie das Gestrick Stück für Stück nach oben.

Ziehen Sie dabei nie an einer Stelle mit voller Kraft. Verteilen Sie das Material mit flachen Händen gleichmäßig über Wade und Unterschenkel, so wie man einen Handschuh glattstreicht. Falten und Wülste sind kein Schönheitsfehler: An diesen Stellen entsteht Druck, der einschneidet und im schlimmsten Fall die Haut schädigt.

Wenn Ihnen das Bücken schwerfällt, funktioniert das Ganze auch im Sitzen. Stellen Sie den Fuß auf einen niedrigen Hocker, damit das Bein nicht angehoben werden muss. Nutzen Sie Haushaltshandschuhe mit Gumminoppen – sie greifen das Gestrick deutlich besser als bloße Finger und schonen gleichzeitig das Material. Ringe und lange Fingernägel sollten vorher ab beziehungsweise gekürzt sein.

Welche Anziehhilfe passt zu Ihnen?

Es gibt nicht die eine richtige Anziehhilfe – es gibt die, die zu Ihrer Beweglichkeit passt. Ein Anziehgestell nimmt den Strumpf auf und wird mit dem Fuß angefahren; das ist die beste Lösung, wenn Sie sich kaum bücken können. Gleitsocken helfen dagegen bei Strümpfen mit geschlossener Fußspitze: Sie ziehen den Strumpf über die glatte Socke, die anschließend unten herausgezogen wird. Bei offener Fußspitze übernimmt das eine Gleithilfe aus festem Kunststoff.

Für die Feinarbeit am Oberschenkel oder am Haftrand lohnen sich Antirutschhandschuhe. Und bei Flachstrickversorgungen, die deutlich fester sind als Rundstrickstrümpfe, sind Anziehhilfen ohnehin die Regel, nicht die Ausnahme. Kommen Sie mit Ihrem Strumpf in eine unserer Filialen – wir probieren die Varianten gemeinsam durch, statt Ihnen ein Hilfsmittel zu empfehlen, das anschließend in der Schublade liegt.

Wenn der Strumpf rutscht, einschneidet oder ein Loch hat

Ein rutschender Strumpf ist fast immer ein Passform- oder ein Verschleißthema, kein Anwendungsfehler. Bei Schenkelstrümpfen hilft ein Haftrand oder ein hautverträgliches Haftmittel, manchmal ist aber auch eine Strumpfhose oder eine Befestigung am Hüftgürtel die ehrlichere Lösung. Schneidet der Strumpf am oberen Rand ein, gehört er überprüft – nicht toleriert.

Ein Loch oder eine Laufmasche bedeutet: Der Strumpf ist medizinisch erledigt. Die Kompression baut sich über das gesamte Gestrick auf, eine beschädigte Stelle unterbricht diesen Verlauf. Reparieren lässt sich das nicht sinnvoll.

Nach etwa sechs Monaten: die Wechselversorgung

Auch ein sorgsam behandelter Strumpf ermüdet. Nach rund sechs Monaten täglichen Tragens hat das Gestrick einen Teil seiner Rückstellkraft verloren – er lässt sich dann leichter anziehen, was sich angenehm anfühlt, aber genau das falsche Signal ist. Deshalb sieht die Verordnung in der Regel zwei Paar pro Halbjahr vor: eines zum Tragen, eines in der Wäsche. Waschen Sie täglich, bei 30 bis 40 Grad, ohne Weichspüler, und trocknen Sie liegend statt auf der Heizung.

Anmessen in Ihrer Filiale – so läuft es ab

Kompressionsstrümpfe werden nicht in Konfektionsgrößen verkauft, sondern nach Maß ausgewählt oder gefertigt. Wir messen Ihre Beine deshalb morgens, an mehreren definierten Umfangstellen, und entscheiden gemeinsam mit Ihnen über Kompressionsklasse, Länge, Fußspitze und Farbe.